Frequently Asked Questions

1. Seit wann gibt es Gasodor® S-Free?

Mit der Entwicklung von Gasodor® S-Free wurde in den 90er Jahren begonnen. Nach Jahren umfangreicher Forschung wurde das Mittel erstmals 2001 im Rahmen eines Pilotprojektes in Philipsburg eingesetzt. Gasodor® S-Free war damals das weltweit erste schwefelfreie Odoriermittel.

2. Wer hat Gasodor® S-Free entwickelt?

Wissenschaftler von Symrise GmbH (bzw. des Vorgängerunternehmens Haarmann und Reimer GmbH) haben Gasodor® S-Free gemeinsam mit der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs (DVGW) und der E.ON Ruhrgas AG entwickelt. Heute produziert Symrise Gasodor® S-Free; der DVGW hat das Mittel zertifiziert.

3. Woraus besteht Gasodor® S-Free?

Aus einer Mischung von zwei Acrylaten und einem Pyrazin. Die Stoffe wurden so ausgewählt, dass sie unangenehm riechen, dabei aber nicht giftig sind und sich außerdem gut im Erdgas verteilen. Da Gasodor® S-Free schwefelfrei ist, ist es erheblich umweltfreundlicher als schwefelhaltige Mittel wie THT oder Mercaptane.

4. Ist Gasodor® S-Free sicher?

Eindeutig ja. Für die Sicherheit eines Odoriermittels ist es wichtig, ob der Geruch als Warngeruch erkannt wird. Daher hat der DVGW das Mittel vor Einführung ausführlich getestet. Mit eindeutigem Ergebnis: 80 Prozent der der Testpersonen fühlten sich von Gasodor® S-Free an Gas erinnert. Eine Verwechslungsgefahr mit Alltagsgerüchen besteht nicht.
Ein weiterer wichtiger Indikator für die Sicherheit eines Odoriermittels ist die Meldehäufigkeit tatsächlicher oder vermeintlicher Leckagen. Daher prüfte das Engler-Bunte-Institut (Karlsruhe), ob sich nach einer Umstellung auf Gasodor® S-Free an der Meldehäufigkeit etwas geändert hätte. Weniger Meldungen dürften als Indiz dafür gelten, dass Gasodor® S-Free schlechter als Warngeruch wahrgenommen wird. Ergebnis: Laut der Untersuchung gab es nach einer Umstellung gleich viele oder mehr Meldungen als zuvor. (Quelle: Magazin energie wasser praxis, Ausgabe 09/2008). Gasodor® S-Free wird also in der Bevölkerung als Gas-Warngeruch wahrgenommen.
Dass sich die Meldehäufigkeit erhöht hat, könnte auch an den umfangreichen Informationsmaßnahmen im Zuge einer Umstellung liegen.

5. Wo wird Gasodor® S-Free eingesetzt?

Gasodor® S-Free wird bereits in zahlreichen deutschen Städten und Kommunen eingesetzt, z. B. in Hamburg, Kiel, Dortmund und Würzburg. Umstellungen in Stadtgebieten wie auch in der Fläche sind bekannt. Außerdem wird Gasodor® S-Free zunehmend in Österreich und in China eingesetzt. Andere Länder testen Gasodor® S-Free in Pilotprojekten.

6. Ist Gasodor® S-Free umweltfreundlich?

Ja, und zwar vor allem im Vergleich zu schwefelhaltigen Odoriermitteln wie THT. Bei der Verbrennung von THT entsteht Schwefeldioxid – und das schadet bekanntlich der Umwelt. Ca. 600 Tonnen des schädlichen Gases entstehen jährlich bei der Verbrennung von Erdgas. Bekanntlich ist es das Ziel der nationalen wie internationalen Umweltpolitik die Schwefelemission nachhaltig zu reduzieren. Gasodor® S-Free hilft, dieses Ziel zu erreichen.

7. Ist Gasodor® S-Free günstiger als andere Odoriermittel?

In der Tat sprechen auch wirtschaftliche Gründe für Gasodor® S-Free. Denn mit Gasodor® S-Free kommt es zu einem relativ geringen Odoriermittelverlust, zudem ist die vorgeschriebene Mindestodorierung ebenfalls deutlich niedriger, so dass insgesamt weniger eingesetzt werden muss. Einige der Versorger, die Gasodor® S-Free einsetzen berichten, dass sie mit Gasodor® S-Free langfristig Geld sparen.

8. Was ist bei Einführung von Gasodor® S-Free zu beachten?

Wichtig für den erfolgreichen Einsatz von Gasodor® S-Free ist es, die Bevölkerung rechtzeitig über den neuen Gasgeruch zu informieren. Denn je bekannter der Warngeruch ist, desto besser wird er auch wahrgenommen. Multiplikatoren wie Feuerwehr, Polizei, Handwerke, sowie die Presse sollten unbedingt informiert und eingebunden werden. Entsprechende Duftproben können über den WVGW (Verlagsgesellschaft des DVGW) abgefordert werden, um sie an die Bevölkerung zu verteilen.

9. Gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten für Gasodor® S-Free?

Ja, beispielsweise beim Betreiben von Brennstoffzellen, wobei ein hoch-schwefelfreies Erdgas benötigt wird. Auch der Betrieb von Erdgastankstellen ist mit Gasodor® S-Free odoriertem Erdgas möglich. Das schwefelfreie Erdgasodorant leistet hier einen wesentlichen Beitrag zur Einhaltung der gesetzlichen Schwefelanforderungen für Kraftfahrstoffe.